Südafrika | Kapstadt and Beyond

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— Mein Südafrika-Trip im Januar 2013 war meine erste Fernreise seit ich vegan lebe. Eine meiner längstem Freundinnen lebte damals schon einige Zeit dort und es war noch nicht abzusehen, ob ihr Visum verlängert würde. Weil das Weihnachtsgeld ziemlich üppig ausgefallen war und ich dazu noch Resturlaub hatte, beschloss ich während meines Weihnachtsurlaubes kurzer Hand, die vielleicht letzte Chance für einen Besuch zu nutzen und buchte die Flüge.

Nun lebt sie immernoch in Kapstadt, sodass ich November 2014 nochmal zu ihr gereist bin – dieses Mal gemeinsam mit meinem Lieblingsmenschen und dessen Mutter und in Kombination mit einer Reise nach Namibia, wo er wiederum lange gelebt hat.

Beide Male bin ich in Kapstadt gelandet – schon auf dem Weg in die Innenstadt sieht man mit etwas Glück die ersten Tiere und merkt damit sofort, dass man nun in Afrika ist. Auch wenn der Rest von Kapstadt so garnicht wie dieses exotische Afrika war, das seit Kindheitstagen in meinem Kopf existiert. Vielmehr hatte ich den Eindruck immernoch in Europa zu sein – auch, wenn da ein paar Unterschiede unweigerlich existierten: die Uhren ticken langsamer, die Zäune um die Häuser sind höher, der Himmel blauer und das Wetter einfach so viel besser!

Kapstadt ist unweigerlich eine der schönsten Städte, die ich bisher kennenlernen durfte. Die warmen Temperaturen und das vegane Essensangebot haben da sicherlich einen Teil dazu beigetragen – aber auch sonst ist die Atmosphäre dort grandios. Überall gibt es tolle Märkte zu entdecken, das Meer ist direkt vor der Nase, Weinberge in direkter Nähe und dann gibt es da noch die tolle Natur, in der man nach nur kurzer Fahrt erreicht.

Was man aufkeinenfall verpassen sollte und was auch jedem ein Begriff ist, ist natürlich das Kap der guten Hoffnung. Wobei das bekannte Schild, das so ziemlich jeder schon auf Fotos gesehen hat, an der wohl unspektakulärsten Stelle am Kap steht. Viel schöner habt Ihr es, wenn Ihr etwas Steigung in Kauf nehmt und hoch zum Leuchtturm klettert.

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Bereits der Weg zu diesem wunderschönen Flecken Erde lohnt sich schon: denn wer mag keine Küstenstraßen? Mögen muss man diese nämlich vorallem, wenn sie Chapman’s Peak Drive heißen und man alle paar Meter anhalten möchte, weil sich ein neues Fotomotiv auftut.
Ein weiteres Highlight auf der Strecke ist Simon’s Town, wo eine von drei Pinguinkolonien des südafrikanischen Festlandes lebt.
Mein Tipp: Spart Euch den Eintritt, der Euch den Zutritt zu den Aussichtsplattformen ermöglicht, sondern geht direkt runter zum Boulders Beach. Wenn Ihr Glück habt, trefft Ihr dort schon auf etliche Brillenpinguine. Da das Wasser in Südafrika wärmer wird, umso weiter östlich man reist, kann man hier außerdem schon deutlich besser baden, als in Kapstadt selbst. Daher unbedingt Badezeug mitbringen.

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Zwischen Simon’s Town und Kapstadt befindet sich Hout Bay – ein Stopp lohnt sich unbedingt um den schönen Organic Market zu besuchen, der Freitag, Samstag und Sonntag stattfindet. Der Markt selbst befindet sich in einer alten Fischfabrik und bietet sowohl Kunsthandwerk, als auch leckere Speisen und Getränke. Bei meinem Besuch habe ich mir leckere Säfte, Roti und ein Wrap schmecken lassen. Der Wrap hat sich im Nachhinein leider als nicht vegan herausgestellt, aber der Verkäufer hat auf meine Kritik bzgl. der Bezeichnung sehr einsichtig reagiert.

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Ein weiterer wunderbarer Markt, dieses Mal im Freien, wartet im Kapstadter Stadtteil Oranjezicht auf Euch. Als ich diesen letzten November besucht hatte, fand er noch direkt neben der Oranjezicht City Farm statt, einer Non-Profit Organisation, die sich für die dortige Urban Gardening einsetzt und entsprechende Flächen zur Verfügung stellt. Das an sich ist ja schon eine tolle Sache und in dem Garten könnte ich Stunden verbringen – wenn ich dort leben würde, würde ich sicherlich eifrig mitgärtnern. Doch der Blick auf den Tafelberg verleiht dem Ganzen noch einen riesengroßen Pluspunkt – auch wenn Kapstadts Hausberg quasi überall zu sehen ist.

Inzwischen ist der Markt umgezogen, doch neben der großen Auswahl an frischem Obst und Gemüse, das in den dortigen Supermärkten viel zu oft in Plastik eingepackt ist, gibt es dort auch einen vegan-vegetarischen Stand mit deftigen Gerichten (teilweise raw) und Kuchen und Torten.

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Auch wenn es sicher noch einige Märkte gibt, die einen Besuch wert sind, möchte ich Euch nur noch den V&A Market on the Wharf, der sich in Laufnähe zur Victoria & Albert Waterfront befindet, vorstellen. 2013 hatte dieser nur Mittwoch bis Samstag geöffnet, während ein Besuch inzwischen 7 Tage die Woche möglich ist. Dieser Markt ist ebenfalls drinnen untergebracht, aber auch hier tut das der Atmosphäre keinen Abbruch. Mit dem Hungry Herbivore gibt es inzwischen auch einen rohveganen Stand. Das toppt meine Samosas defintiv. Also schnappt Euch was und genießt es draußen in der Sonne.

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Was man nicht verpassen darf, wenn man sowieso schon in Kapstadt ist, ist der Tafelberg. Auch wenn man ihn die ganze Zeit sieht, ist es doch nochmal was ganz anderes oben zu stehen. Am allerbesten ist das Gefühl dabei natürlich, wenn man hochgelaufen ist. Ja, die Strecke ist verdammt anstrengend – egal, welche Ihr wählt – aber sie lohnt sich! Versprochen! Unterwegs ist der Ausblick schon atemberaubend, aber das ist nicht gegen die Sicht, die Ihr habt, wenn Ihr angekommen seid. Bitte denkt daran, dass die Table Mountain Cableway bei starkem Wind nicht fährt. Plant Euch den Weg also so ein, dass Ihr nicht zu spät ankommt – sollte die Bahn tatsächlich nicht fahren, müsst Ihr zu Fuß wieder absteigen.

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Wenn Euch der Weg zu Fuß zu anstrengend ist, kann natürlich die gerade eben erwähnte Seilbahn nutzen. Hierfür gilt zu beachten, dass Ihr unbedingt den ersten windfreien Tag nutzen solltet – der Wind in Kapstadt ist ab und an wirklich stark und es kommt durchaus vor, dass die Bahn dann mal nicht fährt. Wenn Ihr nicht sowieso wochenlang dort seid, ist es defintiv ratsam, die erste Chance, die sich Euch bietet, zu nutzen. Online sind die Tickets übrigens günstiger.

Liebhaber von schönen Fotomotiven werden in Bo-Kaap fündig. Der hauptsächlich muslimische Stadtteils Kapstadt mit den vielen bunten Häusern ist den meisten von Euch sicher von vielen Fotos bekannt.

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Wie schon angekündigt, kann man sich über das vegane Essensangebot in Kapstadt ganz sicher nicht beschweren. So werden sowohl im Wellness Warehouse, als auch in der großen Supermarktkette Pick’n’Pay alle fündig, die sich selbstversorgen können. Wer also mal typisch für die Region einen Braai, nur eben vegan, organisieren möchte, oder zu einem eingeladen ist, hat hier die Möglichkeit, die ein oder andere Zutat zu finden.

Übrigens: Grob gesagt ist Braai die Bezeichnung, die in Südafrika und Namibia für das Grillen verwendet wird. Für die Einheimischen steckt einiges mehr dahinter und es spielt eine große Rolle in deren Leben. Da traditionell mit Holz angefeuert wird, dauert das Ereignis länger als das Grillen mit Holzkohle und somit steht ein Braai vorallem auch für die Zeit, die man mit Freunden verbringt.
Auch ich durfte einem solchen Braai mehrmals beiwohnen und unter anderem gab es Grillvürstchen, Kartoffel- und Blattsalat, Mais, Pilze gegrillte Sandwichs. Meine Freundin bestreicht die Brotscheiben normalerweise mit Majo und belegt diese dann mit Tomaten, Zwiebeln und Käse – wie meine Version aussah, könnt Ihr Euch ja denken. Mindestens genauso lecker war es aufjedenfall.

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Wer auf Wraps und Co steht, wird bei Kauai fündig, die in ganz Südafrika Filialen haben – auf der Speisekarte der Fast Food Kette sind vegane Speisen ausgezeichnet. Zusätzlich kann jedes Getränk, dass laut Menü mit Milch zubereitet wird, gegen einen kleinen Aufpreis mit Reismilch bestellt werden.

Folgende Locations sind weder komplett vegan oder vegetarisch, aber dennoch sehr bemüht:

The Royale Eatery (veg-friendly)
273 Long Street
Cape Town
www.royaleeatery.com
>> Burger-Liebhaber sollten sich die Royale Eatery nicht entgehen lassen. Im Menü ist klar gekennzeichnet, welche Optionen vegan sind und viele der vegetarischen Optionen lassen sich auch ganz einfacher veganisieren. Abends verwandeln sich die oberen Stockwerke in den supercoolen Nachtclub ‚The Waiting Room‘ mit Dachterrasse. Ebenfalls getestet und für supercool befunden.

Charly’s Bakery (veg-friendly)
38 Canterbury Street
Cape Town, 8001
www.charlysbakery.co.za

>> Wie das in Charlies Schokoladenfabrik halt so ist, sind auch hier die Oompa Loompas für die fantastischen Torten zuständig und zaubern Dinge, die nicht mal meine Vorstellungskraft hervorbringen könnte. Bisher war leider nur der Red Velvet ohne Frosting vegan. Aber auch hier ist es so, dass man eher hingehen sollte um sich verzaubern zu lassen.

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Weil es den Rahmen sprengen würde, hier jedes veganfreundliche Lokal zu listen, möchte ich Euch nur einen Überblick über die vegetarischen und veganen Locations verschaffen:

Orchard on Long (vegetarisch/vegan)
211 Long Street
Cape Town 8001
www.orchardonlong.co.za

Elixir Cafe (vegetarisch/vegan)
120 Bree Street
Cape Town 8001
www.morethanfood.co.za/elixir

Plant (vegan)
8 Buiten Street, Corner Loop Street
Cape Town
www.plantcafe.co.za

Von Kapstadt aus lohnt sich aufjedenfall ein Tagesausflug nach Stellenbosch und in die Winelands. Das Angebot an Weingütern ist schier unendlich und so jedes glänzt mit einer wunderbaren Lage und tollen Weinen. In den meisten kann man für wenig Geld gleich eine Weinprobe machen. Wer darauf achtet, ob der Wein mit tierischen Produkten geschönt wurde, kann hier nachlesen, welche Weingüter in Frage kommen.

Wiedermal allein wegen der Atmosphäre, kann ich Euch einen Besuch bei Babylonstoren empfehlen. Der weitläufige Garten, der süße Hofladen und das zugehörige Café sind einfach wunderbar. Ich hätte dort noch so viel mehr Zeit verbringen können – und mit dem nötigen Kleingeld sicher auch die ein oder andere Nacht.

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Meine Lieblingsstrände in Kapstadt:

– Camps Bay
– Clifton

Welche Abenteuer ich auf dem Weg nach Namibia erlebt habe, könnt Ihr dann in dem zweiten Teil meines Berichts lesen.