Portugal | Herbstflucht

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— Im Oktober 2012 war unser Ziel nochmal richtig Sonne zu tanken, bevor der Winter über Deutschland einbricht. Und das ist uns in Portugal mehr als geglückt.

Der Hauptgrund für unseren Urlaub war der Besuch einer Freundin, die damals in Coimbra studierte – bei dem üblichen Alle-sind-an-Weihnachten-in-der-Heimat-und-man-trifft-sich-in-der-Kneipe-Treffen war die Idee bereits im Dezember 2011 geboren. Die Stadt war deshalb auch der erste Stopp auf unserer Reise. Die Altstadt bietet eine tolle Atmosphäre und die Universität mit ihrer tollen Architektur sollte man sich nicht entgehen lassen.

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Auch satt werden kann man in Coimbra sehr gut – schon hier habe ich festgestellt, dass vegane Lebensmittel in 0-8-15-Supermärkten keine Seltenheit darstellen. Unglaublich wieviele Sojajoghurtsorten sich da im Kühlregal präsentieren und wieviele verschiedenen Sojamilchsorten es dort zu kaufen gibt. Sojamedaillons, Vürstchen (leider auch einige, die Eieiweiß enthalten – ein Hoch auf meine Übersetzerin) – so viele Produkte konnte man dort finden. (Bereitet Euch jedoch darauf vor, dass es in jedem noch so kleinen Supermarkt frischen Stockfisch zu kaufen gibt – ich fand das nicht so appetitlich (weder den Anblick, noch den Geruch)). Außerdem gibt es in Coimbra eine große Markthalle, in der man frisches und regionales Obst und Gemüse für wenig Geld erwerben konnte (z.B. 1 kg Äpfel gab es schon ab € 0,40) und die Uni hat mehrere Mensen, in der eine nur vegetarisches Essen anbietet. In die haben wir es zeitlich leider nicht geschafft.

Das Menu Verde, in dem wir damals gegessen hatten, gibt es leider nicht mehr, dafür gibt es nun aber die folgenden Möglichkeiten, vegan zu essen:

Shanti Café (vegetarisch/vegan)
Avenida Sá da Bandeira
Centro Comercial Avenida, 2tes Stockwerk
3000-033 Coimbra
www.facebook.com/ShantiCafeVegVeganMoodFood

Restaurante Green Side (vegetarisch/vegan)
31, Rua das Parreiras
Celas
3000-326 Coimbra
www.facebook.com/pages/Restaurante-Greenside/137947199655258

Cozinha Consciente (vegan)
9, Rua de Olivença
Galerias Topazio, 2tes Stockwerk, Laden Nr. 35
3000-306 Coimbra
www.facebook.com/restaurantecozinhaconsciente/

Das zweite Ziel unserer Reise war das Städtchen Vila Praia de Ancora im Norden Portugals. Weil wir auf der Reise dorthin unseren Zug in Porto verpasst hatten, hatten wir unverhofft 3 Stunden Aufenthalt. Wie könnte man diese Zeit besser nutzen, als in einem veganen Restaurant gemütlich zu mittag zu essen? Und so statteten wir dem Maus Hábitos, unweit von der Estació São Bento entfernt, einen Besuch ab. Auch dieses Restaurant hätten wir nicht gefunden, wenn wir nicht bewusst danach geschaut hätten, denn am Eingang weist nur eine kleines Schild daraufhin hin. Das Restaurant befindet sich ganz oben in einem großzügigen Raum mit einem schönen Ausblick und Dachterasse für die Gäste.
Im Maus Hábitos gibt es jeweils eine Vor- und Hauptspeise sowie ein Dessert bzw. Kuchen, die man sich nach Belieben zusammenstellen kann. Außerdem gibt es frisch gepresste Säfte. Eine reguläre Karte gibt es nicht.

Maus Hábitos (veg-friendly)
Rua Passos Manuel 178, 4tes Stockwerk
4000-382 Porto
www.maushabitos.com

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Eine große Auswahl an weiteren Restaurants findet Ihr auf www.happycow.net

Noch am selben Tag kamen wir an unserem eigentlichen Ziel, kurz übrigens Ancora Praia genannt, an. Der Ort liegt wirklich sehr weit im Norden, nahe der spanischen Grenze, und ist eher klein und dörflich. Um die Jahreszeit gab es nur wenige Touristen und das war auch gut so. Die vier Tage sollten nur der Entspannung dienen und ohne Stress und Termine verlaufen. Ich kann nur sagen: Mission erfüllt. Wir hatten dort zwar auch ein wenig Regen, doch zum Entspannen und Nichtstun kam der genau richtig.

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Im Hotel Meira war Frühstück inklusive. Ich hatte vorab per E-Mail gebeten meine vegane Ernährung zu berücksichtigen woraufhin mir mitgeteilt wurde, dass ich am Buffett sicherlich etwas finden werde. Dem war leider nicht so. Klar, die Standardsachen wie Brötchen, Brot und Marmelade gab es schon, aber frisches Obst und Gemüse gab es leider fast garnicht – und das trotz der extrem günstigen Anschaffungspreise. Was es dafür gab (ich weiß nicht, ob das immer der Fall war oder meine Anfrage doch half), war die leckerste Sojamilch die ich kenne: Vivesoy. Der typische Sojamlichgeschmack fehlte hier fast ganz, dafür hatte sie ein leicht vanilliges Aroma.

An Restaurants hatte Ancora Praia leider so gut wie nichts zu bieten. Unser Hotel verfügte über eins, aber dieses war mit seiner fleischlastigen Karte, nicht untypisch für Portugal, eher nicht so einladend. Die anderen Möglichkeiten um essen zu gehen nannten sich Snack Bars und dann gab es noch das Café Central, in dem sich sowohl die Jugend, als auch die Senioren des Ortes treffen zu schienen. Dort gab es für mich einmal Pizza ohne Käse (für die Frage ob im Teig Milch oder Eier enthalten sind wurde ich zwar ziemlich schräg angeschaut, aber immerhin wurde sie verneint) und einmal Pommes mit einem gemischten Salat (Öl und Essig wurde gesondert gebracht). Die anderen Abende haben wir es uns mit Obst, Brötchen, Vurst (aus Deutschland) und Marmelade auf dem Zimmer gemütlich gemacht. Aufgrund der fehlenden Spektakularität (ja dieses Wort gibt es wirklich) dieser Speisen, gibt es hierzu keine Fotos.

In Porto gestaltet sich die vegane Ernährung sehr viel leichter. Es gibt mehrere vegetarische Restaurants und auch eine komplett vegane Locations und sogar Lieferservices. Außerdem gibt es wohl auch einige wenige Biomärkte und überhaupt bekommt man den Eindruck, dass die Stadt sehr vegetarierfreundlich ist. Im Oporto Poets Hostel, wo wir untergekommen sind, (super Lage, tolle Atmosphäre!!!) konnte man auch ein Abendessen buchen und auch hier gab es eine vegetarische Option. Da wir dieses aber nicht in Anspruch genommen haben, weiß ich nicht, ob es auch vegan gegangen wäre.

Das erste vegane Essen hatten wir in der Studentenbar Café Piolho D’ouro, in der ich überhaupt nicht mit einem veganem Angebot gerechnet habe. Aber wenn es schonmal da ist, testet man es natürlich – also ich kann da zumindest nicht nein sagen.

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In Porto solltet Ihr Euch darauf gefasst machen, dass Ihr je nach Anlaufpunkt erst sehr spät abends etwas zu essen bekommt. Da merkt man halt, dass man im Süden ist und für uns Mitteleuropäer war das schon eine Umstellung – vorallem nach einem langen Sightseeing-Tag.

Unsere Freundin aus Coimbra hat uns ein vegetarisches Restaurant in der Nähe des Flußes empfohlen, das wir natürlich unbedingt testen wollten: das Casa da Horta. Hier befindet sich nicht nur ein Restaurant, sondern auch eine Art Kulturzentrum und man kann auch einige ökofaire Produkte kaufen. Die Essenswahl können die Gäste von einer kleinen, regulären Karte treffen und es gibt wohl auch ein wechselndes Tagesgericht.

Bei unserem ersten Besuch hatte das Restaurant leider noch nicht offen, also sind wir abends wieder gekommen. Da es da aber immernoch nichts zu essen gab, haben wir wir uns nur für zwei belegte Brötchen to go entschieden – eins mit Seitan und eins mit Tofu. Unglaublich wie lecker etwas so unspektakuläres schmecken kann. Sowohl Tofu, als auch Seitan waren in einer Marinade (u.a. mit Sesamkörnern) angebraten.

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Da das Casa da Horta bei unserem ersten Besuch ja noch zu hatte, wollten wir das vegane Restaurant O Terraço besuchen. Der Weg dorthin war eine echte Odysee und wir hatten wirklich Probleme es zu finden. Also beschlossen wir einen Passanten um Hilfe zu bitten – er sprach zwar fast kein Englisch, aber er ist eine Viertelstunde mit uns durch die Gassen gezogen um es zu finden. Ich kann mir kaum vorstellen, dass das in Deutschland genauso passieren würde. Da unser Helfer aber irgendwann auch nicht mehr weiter wusste fragte er einen weiteren Passanten und diskutierte mit diesem auf portugiesisch, wo das Restaurant sein könnte. Als dann das Wort vegetal (zumindest hörte es sich so an…) fiel, siganlisierte ich, dass es das sein musste und schlußendlich konnte uns der Weg tatsächlich gezeigt werden. Tja, aber leider hatte auch dieses Restaurant zu.

Als dann die Casa da Horta am Abend nichts zu essen für uns hatte, zogen wir mit unseren Brötchen to go dorthin weiter und bekamen dort endlich, endlich etwas zwischen die Zähne. Die Location ist einfach genial – wie der Name schon sagt, gibt es eine große Terrasse mit einem tollen Ausblick über den Fluß und einen Teil der Stadt. Leider konnte ich keine Informationen finden, ob es das Restaurant noch gibt. Sollte einer von Euch mal dort sein, würde ich mich sehr über eine kurze Nachricht zum aktuellen Status freuen. Ich versuche dort auch weiterhin jemanden zu erreichen. Da der Weg dorthin aber so eine tolle Erfahrung war, wollte ich Euch unseren Besuch dort nicht vorenthalten.

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Für den späteren Abend war sogar ein veganes BBQ geplant, leider zu spät für uns, da wir am nächsten Morgen ziemlich früh an den Flughafen fahren mussten. Also schlugen wir uns die Bäuche mit einem leckeren Couscous-Salat, einer Tofupizza und einem Stück Schoko-Apfel-Tarte voll. Dazu gab es frischen Limettensaft und eine sehr, sehr leckere Sangria. Die solltet Ihr unbedingt probieren, wenn Ihr auch mal dort vorbeischaut.

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Die Tage in Portugal waren wirklich toll. Wir haben festgestellt, dass dort viele Menschen (deutlich mehr als in anderen südeuropäischen Ländern) Englisch gesprochen haben oder es zumindest versucht haben. War beides nicht der Fall, wurde uns mit Händen und Füßen weitergeholfen. Ich würde jederzeit wieder dorthin reisen, um auch noch den Rest des Landes kennenzulernen!

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