Deutschland | Tour de Murg

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— Wer – wie ich – im badischen Murgtal aufgewachsen ist, kennt sie meistens schon von kleinauf: die Tour de Murg. Zugegebenermaßen war ich nicht immer so begeistert von dieser Radtour, wie ich es heute bin. Viel mehr verbinde ich mit den Ausflügen Anstrengungen und einen tagelang schmerzenden Hintern.

Inzwischen weiß ich, wie das mit dem Radeln richtig funktioniert und bin auch richtig ausgestattet, sodass die Tour einfach nur noch traumhaft schön und auch fast nicht mehr anstrengend ist.

Da wir seit ein paar Wochen stolze Besitzer eines fahrenden Raumwunders namens VW Caddy sind, war es nach jahrelanger Abstinenz endlich mal wieder möglich, die Räder ohne nerviges Bahnfahren in die Heimat zu transportieren. Um ehrlich zu sein, ist das ab Heidelberg sonn- und feiertags eigentlich auch mit dem Zug ganz easy: dann fährt nämlich der „3-Löwen Takt Radexpress Murgtäler“ ab Ludwigshafen, über Heidelberg und Karlsruhe bis nach Freudenstadt – dem offiziellen Startpunkt der Tour de Murg.

Eingefleischte Veganer, die keine Gelegenheit auslassen, können hier schon schlemmen, bevor es es losgeht. Vielleicht wollt Ihr den Tag vor der Tour aber bereits hier verbringen? Freudenstadt ist es aufjedenfall Wert, etwas länger als für ein Stückchen Torte zu bleiben.

Café Pause (veg-friendly)
Marktplatz 65
72250 Freudenstadt

www.cafepause.de
>> Wann auch immer Ihr dem Café Pause einen Besuch abstatten möchtet, könnt Ihr hier immer zwischen 1 und 4 veganen Kuchen und Torten, sowie Kleingebäck wählen. Für Liebhaber der deftigeren Kost gibt es täglich außerdem ein vegetarisches Menü, dass sehr oft auch vegan ist.

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Ab Gaggenau ging es für uns mit dem Zug bis Baiersbronn, wo wir in die Tour eingestiegen sind. Wenn man den Bahnsteig nach links verlässt, trifft man auch schon direkt auf das erste Hinweisschild, dass den Weg weist. Entsprechende Schilder findet man zuverlässig auf der gesamten Strecke – zwar gibt es die GPS-Daten für die Tour auch kostenlos zum Download, aber notwendig sind sie eigentlich nicht. Sich hier zu verfahren ist eine wahre Meisterleistung.

Wer kurz nach Baiersbronn einen klitzekleinen Umweg von ca. 2 km einlegen möchten, kann sich in Tonbachs Spitzengastronomie mit einem veganen Essen belohnen – wer die Tour schon in Freudenstadt begonnen hat, hat sich sein Mittagessen nun sowieso schon fast verdient. Und alle anderen finden sicherlich auch einen plausiblen Grund, ein Päuschen einzulegen.

Traube Tonbach (veg-friendly)
Tonbachstraße 237
72270 Baiersbronn
www.traube-tonbach.de
>> Da die Traube in Tonbach nicht grundsätzlich vegane Speisen anbietet, solltet Ihr Eurer Kommen unbedingt vorher anmelden! In der hauseigenen Kochschule werden regelmäßig auch vegetarische Kurse angeboten und vegane gab es in der Vergangenheit ebenfalls.

Nicht sehr viel später, nämlich in Schönmünzach, wartet schon die nächste Möglichkeit für ein veganes Mittagessen.

Holzschuh’s Schwarzwaldhotel (veg-friendly)
Murgtalstr 655
72270 Baiersbronn-Schönmünzach
www.schwarzwaldhotel.de
>> Das Schwarzwaldhotel bietet dauerhaft vegane Gerichte an. Darüber hinaus, gibt es hier die grandiose Möglichkeit, gleich ein ganzes veganes Arrangement (2x Übernachtung im BIO-Zimmer, 2x veganes Frühstück, 1x romantisches 4-Gang-VeganMenü, Gratis Leihbademantel, Freie Nutzung von Hallenbad, Sauna und Dampfbad, 1 x Entspannen Sie in der SPA-Schwebeliege mit Naturmoor à 20 Minuten) zu buchen. Also auf meiner ToDo-Liste steht das ganz bestimmt!

Neben tollen Essensmöglichkeiten, die ich vom dörflichen Murgtal so garnicht erwartet hatte, überzeugt die insgesamt 67km lange Strecke aber vorallem mit abwechslungsreichen Landschaften. Meist auf ebener Strecke, aber ab und an auch mal bergauf und -ab, radelt man mal auf Naturwegen und mal auf asphaltiertem Untergrund – immer begleitet von saftigem Grün, Wäldern und Tälern und, wie der Name schon sagt, der wunderschönen Murg und deren Seitenarmen, sowie von tollen Ausblicken, damit sich die wenigen Aufstiege auch wirklich lohnen. Einen solchen wunderbaren Ausblick gibt es beispielsweise auf der Höhe von Kirschbaumwasen. Für uns ein toller Platz um das mitgebrachte Mittagessen auszupacken.

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Mein Tipp: Wer an einem heißen Sommertag radelt, sollte das Badezeug nicht vergessen, denn für eine Abkühlung habt ihr sowohl Zeit, als auch mehrere Möglichkeiten. Doch lasst Euch von den Abstiegen in die felsengespickten Flußabschnitten nicht verführen, denn der schönste Badeort kommt erst noch, nachdem Ihr das Wasser mittels einer Brücke überquert habt: die Hesselbach. Über eine Treppe und eine Wiese kommt man runter zu einer Art Naturschwimmbad, in dem man sich wunderbar erfrischen kann.

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Der für mich schönste Streckenabschnitt erwartet Euch bereits kurz später. Nachdem Ihr in Forbach die historische Holzbrücke (Anhalten lohnt sich) und den Bahnhof passiert habt, kommt Ihr nach Gausbach, wo Ihr rechts in den Ort einbiegt und es dann ein ganzes Stückchen bergauf geht. Im ersten Moment sieht es ganz schön steil aus – der Eindruck täuscht, denn eigentlich kommt man ganz leicht nach oben. Vorallem wenn man den richtigen Gang einlegt und sich auf die tolle Landschaft konzentriert, durch die man radelt. Und oben – wie soll es nach einem Anstieg auch anders sein – wartet nochmal ein schöner Rückblick nach Forbach! Als ich noch ein Kind war, haben wir den Abschnitt und den verbunden Anstieg umgangen, indem wir entlang der vielbefahrenen B462 geradelt sind. Für mich eine schreckliche Erinnerung – aber dafür umso schöner, dass ich so noch einen für mich unbekannten Teil der Strecke kennenlernen konnte.

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Nach diesem warten noch einige schöne Dörfer mit schönem Fachwerk auf Euch – achtet darauf, dass Ihr die Kamera griffbereit habt! Aus sicherer Quelle weiß ich, dass auch hier ein Restaurant daran arbeitet, ein veganes Angebot zu schaffen. Die Atmosphäre dort ist schon jetzt sehr einladend und vorallem der Biergarten im Ortskern lockt. Sobald das Angebot steht, lasse ich es Euch wissen!

Nun dauert es nicht mehr lange, bis Ihr in dem etwas größeren Ort Gernsbach angekommen seid. Ein kurzer Aufenthalt lohnt sich zum einen für die tolle Altstadt und zum anderen für einen leckere Mahlzeit oder einen Kaffee.

Bamboo (veg-friendly)
Igelbachstraße 18
76593 Gernsbach
www.thaibamboo-gernsbach.de
>> Die Besitzer und das Personal des Bamboos sind total freundlich und man fühlt sich immer sehr willkommen dort. Die knusprige, vegetarische Ente ist vegan und unschlagbar lecker.

Black Forrest Coffee (veg-friendly)
Igelbachstraße 15
76593 Gernsbach
www.black-forest-coffee.de
>> Kaffeeliebhaber sind hier genau richtig! Ob schwarz, als Latte Macchiato mit Schokosoße oder als Iced Mocha – hier wieder jeder fündig. Bisher gibt es nur Sojamilch, aber Mandelmilch ist in Planung. Die heiße Schokolade ist übrigens auch vegan – das freut mich am allermeisten. Quasi direkt neben dem Bamboo.

Bevor Ihr das Ziel Rastatt nach etwa weiteren 20km erreicht, solltet Ihr Euch das leckere Eis von Eis Wolf in Gaggenau/Ottenau nicht entgehen lassen.

Eis Wolf (veg-friendly)
Beethovenstraße 70
76571 Gaggenau
www.facebook.com/Eiswolfottenau
>> Bei gutem Wetter müsst Ihr Euch unbedingt auf eine lange Schlange einstellen – höchstens es ist so heiß, dass sowieso alle Kunden lieber im Schwimmbad liegen. Anstehen lohnt sich aber so oder so. Die Fruchteissorten und die Waffeln für eine bis drei Kugeln sind vegan.

Als Namensgeber für einen ganzen Landkreis, sollte man in Rastatt angekommen, doch auch eine etwas größere Auswahl an veganen Speisen erwarten können. Und das kann man in der Tat. Der Dank gilt sicherlich nicht zuletzt der ortsansässigen BVL-Gruppe, die hier sehr aktiv ist und regelmäßig neue Aktionen und den monatlichen Stammtisch organisiert.

Brauereigaststätte Linde (veg-friendly)
Kapellenstraße 2
76437 Rastatt
www.brauereigaststaette-linde.de
>> Sehr empfehlenswert für alle, die mit Menschen unterwegs sind, die dem Veganismus gegenüber nicht so aufgeschlossen sind. Viel Fleisch gibt es auf der Karte – aber eben auch eine eigene vegane Karte. Beim sonntaglichen Brunch kommen die Veganer auch nicht zu kurz.

Café Einstein (veg-friendly)
Kaiserstraße 25a
76437 Rastatt
www.einsteinrastatt.de
>> ‚Von früher‘ kenne ich das Café Einstein selbst noch. Auch wenn ich dort zwar kein Stammkunde war, bin ich mir doch ganz sicher, dass es ‚damals‘ eher mau aussah für den veganen Anspruch. Inzwischen gibt es hier aber ein paar vegane Speisen, u.a. einen veganen Burger mit selbstgebackenem Brot und veganer Mayo, verschiedene Tofu Spezialitäten, verschiedene Currys und Sojaschnitzel. Weitere vegane Gerichte sind in Planung.

Denn’s Biomarkt (veg-friendly)
Karlsruher Straße 11
76437 Rastatt
www.denns-biomarkt.de/16673_Rastatt.html
>> Ganz in Bahnhofsnähe findet man Denn’s Biomarkt – die meisten von Euch kennen das zuverlässig vegane Angebot, das sich sowohl im Kühlregal, als auch an der Bäckertheke (u.a. Kuchen, Croissants, belegte Brötchen) zu finden ist. Perfekt, wer kurz vor der Rückreise noch sein Kühltäschschen füllen möchte.

Cafe Lo.Ve.Lu (vegan)
Augustastrasse 48
in den Räumlichkeiten der Fahrschule Oliver Ludwig
76437 Rastatt
www.cafelovelu.de
>> Mit dem Cafe Lo.Ve.Lu gibt es nur fünf Minuten vom Rastatter Marktplatz ein komplett veganes Cafe. Mit ihren veganen Backträumchen verwöhnt Euch die liebe Ute jeden Samstag. Die aktuellsten Öffnungszeiten und was gerade in der Auslage auf Euch wartet, findet Ihr am besten auf der entsprechenden Facebook Seite. Neben einem Bücherregal, in dem sich die Gäste über die vegane Lebensweise informieren und Bücher tauschen und leihen können, war Ute vor allem die Familienfreundlichkeit wichtig. Es warten daher eine Spielecke und eine Wickelmöglichkeit auf Euch, wenn Ihr mit Nachwuchs zu Besuch seid.

Zusammenfassend noch einige Tipps für Euch:
– Wer es lieber richtig sportlich mag und Anstiege nicht scheut, sollte die Tour in die umgekehrte Richtung durchführen.
– Packt die Badehose ein! Die Murg ist eiskalt, aber die Abkühlung habt Ihr Euch verdient.
– Während der Bahnfahrt solltet Ihr keinenfalls schlafen! Die Ausblicke sind wirklich super.

>> Ihr habt auf der Tour de Murg noch weitere Essensmöglichkeiten entdeckt oder weitere Geheimtipps? Her damit 🙂

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